Brigitte Zypries sprach über Industrie 4.0

Ehemalige Bundeswirtschafts- und Justizministerin im BZ

Jürgen Hahl, Handwerksammer Geschäftsführer und Abteilungsleiter Finanzen und interne Dienstleistungen, Brigitte Zypries und BZ-Fachbereichsleiter der Metalltechnik, Thomas Altmann.

Im Dialog mit den zukünftigen Meistern: Brigitte Zypries diskutierte mit den Teilnehmern über die Chancen und Herausforderungen der Industrie 4.0.

„Digitalisierung ist nicht wie Regenwetter, das vorübergeht. Digitalisierung bleibt. Wir müssen ein Bewusstsein für diese Veränderungen schaffen – flächenübergreifend“, so Brigitte Zypries am vergangenen Freitag vor den Teilnehmern der Meisterkurse im Bildungszentrum Kassel. Doch das sei gerade auch in kleineren Betrieben häufig eine große Herausforderung.

Während Ihres einstündigen Vortrags mit anschließender Diskussion zum Thema Industrie 4.0, erörterte die ehemalige Bundeswirtschafts- und Justizministerin an ihrem Geburtstag die Entwicklungen von Industrie und Handwerk. Dabei ging sie auf die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung ein. Angefangen bei der Wasser- und Dampfkraft über die elektrische Antriebskraft und dem Zeitalter der Luft- und Schifffahrt sowie der Computertechnik, sei die derzeitige 4. Stufe der industriellen Entwicklung vor allem durch die Umwandlung aller analogen in digitale Technologien geprägt. Besonderes Merkmal sei auch die „Just-in-time“-Produktion, bei der die Produktionskomponenten bestellungsspezifisch miteinander kommunizieren. Eine enge Verzahnung zwischen Informationstechnologien und den Produktionsanlagen und Maschinen sei dabei grundlegende Voraussetzung.

Damit dies auch in mittelständischen und kleineren Betrieben gelingen könne, sprach Zypries die sog. Kompetenzzentren an, die in ganz Deutschland regional vertreten sind. Sie gelten als Anlaufstelle für kleine und mittelgroße Unternehmen, die sich hier über die Digitalisierung informieren können und vom Expertenwissen und Erfahrungsaustausch profitieren.

Voraussetzung für jede Art der Digitalisierung sei allerdings auch eine gute und stabile Breitbandversorgung, so Zypries. Hier gebe es noch eine Menge zu tun, da der Ausbau nur sehr schleppend voran ginge. Schnelles Internet müsse vor allem in kleineren Industriegebieten, gerade auch in strukturschwächeren Regionen, Priorität haben.

Auf die Frage eines Teilnehmers der Feinwerkmechanik, inwieweit sich das Thema Industrie 4.0 auf den doch eher statischen Bereich der Metalltechnik übertragen könne, verwies Zypries auf die fortschreitende Entwicklung der Sensorik. So könnten auch kleine Betriebe von smarten Maschinen profitieren, die zur vorausschauenden Instandhaltung, der sog. predictive maintenance, eine notwendige Wartung prognostizieren und über Sensoren erkennen, bevor es zu Ausfällen kommt.

Der spannende Vortrag für die BZ-Meisteranwärter/-innen über die Charakteristika und Entwicklungen der Industrie 4.0 endete mit einer regen Diskussion im Anschluss.