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Unternehmens­kultur 4.0

Arbeitgeber und Arbeitnehmer: Beziehungsstatus „kompliziert“. Aber muss das so sein? Oder kann man Fachkräfte langfristig binden?

V.l.n.r.: Dr. Ute Urbon (Geschäftsführerin Bildungszentrum Kassel), David Bargiel (Moderator), Florian Kramm (Geschäftsführer EDEKA Hessenring), Stéphanie Naujock (Geschäftsführerin Micromata), Yvonne Weber (Personalreferentin Micromata), Stefan Schmidt (Personalmanager plentymarkets), Laura Wassmann (Personalmanagerin plentymarkets), Katrin Bock (Fachbereichsleitern Kaufmännisches Fachwissen und Management Bildungszentrum Kassel).

Wie schafft man es Fachkräfte zu gewinnen und langfristig an das Unternehmen zu binden? Wie sieht eine intakte Unternehmenskultur aus? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Veranstaltung „Unternehmenskultur 4.0“ im Bildungszentrum Kassel, zu der rund 60 geladene Gäste mit den Impulsgebern erfolgreicher Unternehmen aus der Region diskutierten. Laura Wassmann und Stefan Schmidt (plentymarkets AG), Stéphanie Naujock und Yvonne Weber (Micromata GmbH) sowie Florian Kramm (EDEKA Hessenring), warfen mit Moderator David Bargiel einen Blick hinter ihre Kulissen.

„Wertschätzung und Mitbestimmung sind äußerst wichtig“, sagt Stefan Schmidt von plentymarkets und erörtert zusammen mit Laura Wassmann die Scrum-Methode, die bei ihren Projekten zum Einsatz kommt. Mitarbeiter/-innen bei allen Projekten mitzunehmen, Zusammenarbeit zu fördern und so die Teamkultur zu stärken seien wichtige Elemente bei plentymarkets, so die Personalmanager. Gleichzeitig könne man natürlich nicht alle Bedürfnisse stillen, sondern müsse punktuell, zum Beispiel durch Events, die Unternehmenskultur pflegen.

Bei Micromata setzt man bei langfristiger Fachkräftesicherung auf flache Hierarchien, ohne die keine Bindung möglich sei, so Geschäftsführerin Stéphanie Naujock und Personalreferentin Yvonne Weber. „Machen Sie Ihre Mitarbeiter zu Fans, die begeistert sind und mehr wollen.“ Auch die Nähe zu den Familien der Mitarbeiter/-innen, die damit einhergehende flexible Arbeitszeitgestaltung und die ausgeprägte Feedbackkultur mit Hilfe unternehmensinternen Chat-Applikationen seien wichtige Werkzeuge.

„Wir lieben nicht nur Lebensmittel, wir lieben ganz besonders junges Gemüse“, sagt Florian Kramm, Geschäftsführer von EDEKA Hessenring. Er spielt damit auf Auszubildende an, die üblicherweise alle übernommen werden und sehr häufig ihren gesamten beruflichen Lebensweg bei EDEKA verbringen. Große Betriebsjubiläen mit hunderten Mitarbeiter/-innen mit bis zu 45-jähriger Betriebszugehörigkeit fänden jährlich statt – und das in der stark fluktuierenden Branche Einzelhandel. Das liege vor allem daran, dass EDEKA seinen Mitarbeiter/-innen Entwicklungschancen aufzeige, immer ein offenes Ohr habe und mit ihnen gemeinsam Karrierepläne aufstelle. Auch die Identifikation mit dem Produkt und der Filiale stelle einen wesentlichen Pfeiler der Unternehmenskultur bei EDEKA dar. „Bei uns ist der Scrum-Master eben eher ein Metzgermeister“, sagt Kramm.