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Auf dem Weg zum Traumberuf

Überbetrieblicher Polsterlehrgang der Raumausstatter-Azubis auf dem BZ-Campus

Lisa Fischer schätzt besonders die Vielseitigkeit, die der Beruf einer Raumausstatterin bietet.

Mit ruhiger Hand wird die gebogene Polsternadel durch das Sitzpolster gestochen. Sobald der Faden verknotet und erneut in die Nadel eingefädelt ist, wird für den nächsten Stich angesetzt. Gar nicht so leicht durch diverse Füllmaterialien und Federkerne den richtigen Weg zu finden. Ein besonders gutes Auge ist gefragt und vor allem eine präzise Planung jedes einzelnen Arbeitsschrittes, damit das Projekt gelingt.

Handwerklich und kreativ
Für Lisa Fischer war schon im Alter von 8 Jahren klar, dass sie etwas Handwerkliches und gleichzeitig Kreatives machen möchte. Inzwischen setzt sie ihren Plan um: „Am schönsten sind die Momente, wenn das Stück oder der Raum, an dem man lange Zeit gearbeitet hat, endlich fertig ist und man sieht, was man geschafft hat. Wenn dann der Kunde auch noch glücklich ist, ist der Tag perfekt“, sagt die 23-jährige Teilnehmerin.

Gerade die unterschiedlichen Spezialisierungsmöglichkeiten machen den Beruf des Raumausstatters so interessant. Gewählt werden kann zwischen den Schwerpunkten Boden, Wand- und Deckendekoration, Raumdekoration sowie Licht-, Sicht- und Sonnenschutzanlagen.

Aus Alt mach Neu
Was derzeit voll im Trend liegt ist bei den Raumausstatter/-innen alltägliche Arbeit. Bereits in die Jahre gekommene Sitzmöbel werden von Grund auf neu gegurtet, geschnürt gepolstert und bezogen, bis sie in völlig neuem Look erstrahlen.

Überraschenderweise sind gerade die älteren Sitzmöbel und vor allem deren „Innenleben“ ausgesprochen gut erhalten. „Das liegt an den traditionellen Polstertechniken, die bis heute aktuell sind, da sie wesentlich länger erhalten bleiben als bei den meisten modern hergestellten Sitzmöbeln“, sagt Christina Schöllhorn, Raumausstattermeisterin und Restauratorin, die seit vielen Jahren die überbetrieblichen BZ-Lehrgänge im Raumausstatterhandwerk leitet.

Zwei Wochen überbetrieblicher Lehrgang im BZ
Mit jedem Stich und jedem Hammerschlag nähern sich die Teilnehmer/-innen des Polsterlehrgangs der Fertigstellung ihres Werkstücks. Sie lernen alles über moderne Polstertechniken, mit Schaumstoff, Polsterwatte und Schaumwatte oder klassische Techniken bei denen natürliche Füllmaterialien wie beispielsweise Afrik, Roßhaar, Elancrin oder Kokosfasern verwendet werden.

Auch die Theorie kommt nicht zu kurz. Die Themen Stilkunde, Geschichte der Polstertechnik, Materialkunde und Polsterstoffe sind fester Bestandteil des Lehrplans.

Mit neuem Wissen zur Abschlussprüfung
Der ÜLU-Lehrgang dient vor allem zur Vorbereitung auf die Gesellenprüfung. Denn hier werden auch Fachgebiete behandelt, die nicht im Ausbildungsbetrieb abgebildet werden können.

„Die Zeit im BZ hat mir bisher jedes Mal richtig gut gefallen“, sagt Lisa Fischer, die sich durch die Lehrgänge bestens auf die Abschlussprüfungen vorbereitet fühlt. „Mit viel neuem Wissen in der Tasche geht es danach wieder in den Betrieb.“