Berufskundetag in der Friseurwerkstatt des BZ Kassel
Veranstaltet wurde der Berufskundetag für Arbeitsvermittler der Agentur für Arbeit. Diese müssen tagtäglich Bewerber und Arbeitgeber beraten und Informationen über verschiedene Berufsfelder weitergeben. Erfahrungsberichte von Experten aus der Praxis sind für sie essentiell, daher nahmen die 20 Arbeitsvermittler aus Hessen alle Informationen sehr interessiert an. Im Vorfeld hatten sie sich für einen speziellen Bereich aus dem Friseurhandwerk entschieden - die dekorative Kosmetik. Zunächst gab Werkstattleiterin Andrea Rudolph einen Einblick in das Berufsbild der Friseure und erläuterte, welche Voraussetzungen Bewerber mitbringen sollten. Zudem ging sie auf Weiterbildungsmöglichkeiten und die sich dadurch verändernde Lohnsituation ein. Auch theoretische Grundlagen, die während der Ausbildung vermittelt werden, wie z.B. der Aufbau der Haut, ihre Funktion und Pflege waren Thema. Viele Teilnehmerinnen waren überrascht über den Umfang der Ausbildungsinhalte und stellten viele Nachfragen.
Für Andrea Dernbach von der Agentur für Arbeit in Bad Hersfeld war vor allem interessant zu sehen, wieviel Fachwissen Friseure brauchen. „Das hätte ich nicht erwartet. Die Theorie ist richtig anspruchsvoll, von daher ist mir nun klar, dass teilweise ‘Mittlere Reife‘-Abschlüsse berechtigt sind.“
Im Workshop am Nachmittag wurden die Teilnehmer professionell geschminkt. Dadurch bekamen sie einen praktischen Einblick in das Berufsfeld und es wurde noch einmal deutlich, welche Eigenschaften Bewerber mitbringen müssen.
„Für mich war der Berufskundetag sehr interessant, denn ich habe jetzt ein anderes Berufsbild vor Augen“, so Julia Lorch von der Gießener Agentur für Arbeit. „Man kann den Beruf nicht einfach reduzieren auf ein bestimmtes Image. Mir ist klar geworden, welche Herausforderungen der Beruf mit sich bringt und welche Informationen ich an Bewerber weitergeben muss.“
Auch Vanessa Körzell von der Agentur für Arbeit in Bad Hersfeld gibt an, dass ihr der Tag sehr viel gebracht habe. „Man hat ja immer das Klischee im Kopf, dass Friseure nur Haare schneiden. Heute habe ich einen ganz anderen Blickwinkel auf den Beruf bekommen. Ich kann jetzt viel besser einschätzen, welche Eigenschaften Bewerber mitbringen müssen. Zudem war der Einblick in den Arbeitsmarkt sehr interessant. Entgegen der Erwartungen vieler werden Friseure in Hessen nämlich stark gesucht.“
Und nicht nur diese, auch die Nachfrage nach Friseurmeistern ist groß. Im Bildungszentrum Kassel werden Vorbereitungslehrgänge auf die Meisterprüfung Teil I bis Teil IV angeboten. Die nächsten Kurse Teil I und II (Vollzeit wie berufsbegleitend) starten am 29. August 2016. Informationen gibt es auf www.bz-kassel oder bei Margitta Kloth, Tel. 0561-9596-113, E-Mail: m.kloth@bz-kassel.de.
Am Ende des Tages zogen die 20 Arbeitsvermittler, die sowohl Arbeitgeber als auch Bewerber beraten, ein äußerst positives Resümee. Für sie war der erfrischende, unterhaltsame und sehr kompetente Vortrag von Andrea Rudolph eine große Bereicherung, der für zukünftige Beratungen sehr hilfreich gewesen sei. Auch der Workshop am Nachmittag habe viel Spaß gemacht und wertvolle Informationen vermittelt.
Für Werkstattleiterin Andrea Rudolph und ihr Team ist nicht nur das Konzept des Berufskundetages aufgegangen, auch die 12 mitwirkenden Umschülerinnen und 8 Berufsrückkehrerinnen konnten wertvolle Erfahrungen sammeln. „Bei so einer Veranstaltung muss alles funktionieren: Die Vorbereitung, die Teamarbeit, die Arbeit jedes einzelnen. Denn jeder hat die Verantwortung für
seinen Aufgabenbereich“, so Andrea Rudolph, „ das hat heute hervorragend geklappt.“



