Girls' Day im Bildungszentrum Kassel
Handwerkliche Arbeiten gehören eigentlich nicht zu Luisas Hobbies, sie geht gerne zum Turnen, aber Spaß machen sie ihr in jedem Fall. „Ich war letztes Jahr schon im BZ, da war ich bei den Maurern und in der Metallbauwerkstatt. Das hat mir so gut gefallen, deshalb bin ich dieses Jahr wieder hergekommen“, erzählt uns die Schülerin. Was sie später mal werden will, weiß Luisa noch nicht.
Frauen gesucht!
Dachdeckermeisterin und Ausbilderin Marion Mecke vom Bundesbildungszentrum des Zimmerer- und Ausbaugewerbes (Bubzia), das mit dem BZ eng zusammenarbeitet, würde es freuen, wenn sich eines der Mädchen für den Beruf der Dachdeckerin entscheiden würde, denn in ihrer Zunft gibt es immer noch viel zu wenige Frauen. „Der Beruf ist zwar körperlich anstrengend, aber durch verbesserte Geräte und Maschinen haben es die Frauen sehr viel leichter als früher. Für mich ist es nach wie vor ein Traumberuf“, so die Dachdeckermeisterin.
Auch die 18jährige Jasmin möchte den Beruf der Dachdeckerin kennenlernen. Eigentlich wolle sie Tierpflegerin werden, erzählt sie, aber sie habe Interesse an so vielen Dingen, dass es nicht schaden könne, sich auch ganz andere Berufe anzuschauen. Denn Lust auf einen handwerklichen Beruf habe sie auf jeden Fall. Als Ausbilderin Marion Mecke von der Walz erzählt, bekommt Jasmin leuchtende Augen. „Das würde ich auch gerne machen!“ platzt es aus ihr heraus.
Jede Menge spannende Infos
Die Mädchen erfahren eine Menge an diesem Vormittag. Zum Beispiel, dass es die Schieferdeckung seit über 400 Jahren gibt und dass die Halterung, auf der der Schieferstein platziert wird, Haubrücke heißt. Auch das Löten von Dachrinnen gehört zu den Aufgaben eines Dachdeckers. Beim Löten der Nähte bei 400 Grad Celsius dürfen die Mädchen natürlich nur zuschauen und nicht selbst anpacken, doch alle verfolgen die Handgriffe von Marion Mecke gespannt.
Bei den Industriemechanikern ist die zwölfjährige Nele dabei, sie biegt ein Geschicklichkeitsspiel aus Draht. Gar nicht so einfach, die Mädchen brauchen viel Fingerspitzengefühl. Aber Nele und ihre Freundinnen haben sichtlich viel Spaß. „Ich würde später gerne etwas Kreatives machen, vielleicht im Bereich Design“, so Nele. Da hat sie im Handwerk viele Möglichkeiten.
Auch im Fachzeugtechischen Zentrum der Innung des Kraftfahrzeuggewerbes Kassel (FTZ) und bei der Arbeitsgemeinschaft Stufenausbildung Bau Kassel (ASK) können Mädchen in verschiedene Berufe reinschnupern.
Aus- und Weiterbildung im BZ Kassel
Am Ende nehmen alle Mädchen etwas mit nach Hause. Und Luisa ist froh, sich noch einmal für das BZ entschieden zu haben. Und vielleicht war dieser Tag ja für die ein oder andere eine wichtige Entscheidungshilfe, an die sie sich später noch einmal zurück erinnern werden. Den Mädchen steht im Bildungszentrum Kassel auf jeden Fall eine Vielfalt an Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten zur Verfügung: von der Handwerksmeisterin bis zur Industriemeisterin.
Dachdeckermeisterin und Ausbilderin Marion Mecke erzählt den Mädchen etwas über die Herkunft des Schiefersteins




